Kirche am Ort 2017-08-01T08:27:09+00:00

Pastoralprozess „Kirche am Ort – Kirche an vielen Orten“

Über den eigenen Kirchturm hinausgeschaut

Geleitet von den Fragen: Wo gibt es verheißungsvolle Aufbrüche, wo wachsen und blühen christliche Gemeinden und was können wir davon lernen? – haben wir in unserem Prozessteam über unseren eigenen Kirchturm hinausgeschaut, und uns einen Überblick über Projekte zur Neuevangelisierung unabhängig von der christlichen Konfession weltweit geschaffen. Schnell war für uns klar: Wir können und wollen uns mit dem Ist-Zustand (10% Kirchenbesuch und der Gotteskrise = Gott kommt in der Lebenspraxis selbst vieler Getaufter faktisch nicht mehr vor) in unseren Gemeinden nicht abfinden, denn wir haben die Aufgabe, den Menschen den Glauben weiterzugeben und sie mit Gott in Berührung zu bringen. Auf diesem  Hintergrund haben wir uns gefragt: Wie können wir Menschen helfen, sich in ihrem Glauben zu vergewissern, ihre persönliche Beziehung mit Gott zu vertiefen, die Freude am Glauben wiederzufinden und ihre Sehnsucht nach Gott neu zu entdecken. Wir haben uns entschieden, einen Alpha-Kurs anzubieten. (Jährlich finden in Deutschland 400 solcher Kurse statt.) „Das kann man nicht erzählen, das muss man erleben“, sagte eine Teilnehmerin nach dem Hl. Geist-Tag. An den anderen neun Abenden begannen wir jeweils mit einem gemeinsamen Essen, das Ehrenamtliche und KGR-Mitglieder vorbereitet hatten. Diese „Liebe“, die „durch den Magen ging“, stiftete im besten Sinne Gemeinschaft. Von der 13-jährigen Schülerin bis zur 82-jährigen Großmutter nahmen regelmäßig ca. 30 Gemeindemitglieder aus allen Gemeinden unserer SE am Alpha-Kurs teil. In sehr lebensnahen Vorträgen zu Glaubensthemen und Glaubenspraxis erhielten alle Teilnehmer/Innen genügend Anregungen für die anschließenden Kleingruppengespräche, in denen die Themen inhaltlich vertieft wurden. Jeder Abend klang mit Lobpreis und der Bitte um Gottes Segen aus.

Weil wir uns von Anfang an bewusst waren, dass wir nicht die „Macher“ sind, haben wir uns vom Beispiel katholischer Gemeinden in Kerala/Indien inspirieren lassen, die bei Bauvorhaben, vor Gemeindemissionen und Exerzitien zuerst ein 40-stündiges Gebet feiern. Nach dem Motto: „Wenn nicht der Herr das Haus baut, müht sich jeder umsonst, der daran baut“ (Ps 127,1) haben wir die Bitte um die spirituelle Erneuerung unseres Lebens als Getaufte und unserer Familien in eine zehnstündige eucharistische Anbetung in allen vier Pfarrkirchen unserer SE hineingenommen.

Am Hochfest Peter und Paul, dem 29.6.2017, für das Prozessteam der SE Vorallgäu, Pfr. Michael Stork

Berichte von zugehörigen Ereignissen

Alphakurs

10.04.2017|

Von Anfang März bis Anfang Mai hat in unserer Seelsorgeeinheit ein Alphakurs stattgefunden. Über 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer ließen sich bei den Treffen im katholischen Gemeindehaus in Schlier darauf ein, sich ganz neu mit den grundlegenden Dingen […]

Was ist dieser Pastoralprozess überhaupt?

Die Gesellschaft ist im Umbruch. Gottesdienste und andere kirchlichen Veranstaltungen werden fast überall in Deutschland immer weniger besucht. Es ist zunehmend schwierig, die Menschen mit der unfassbar guten Botschaft des Evangeliums überhaupt noch zu erreichen. Die Diözese Rottenburg-Stuttgart hat vor diesem Hintergrund 2015/16 einen verbindlichen Prozess für alle Seelsorgeeinheiten in ihrem Gebiet angestoßen, um sich hierüber ganz neu Gedanken zu machen und sich gegebenenfalls neuen Herangehensweisen in ihrer Arbeit zu öffnen. Verbindlich dabei ist allerdings nur das Einlassen auf diesen Weg der Analyse und des Nachdenkens – wohin der Prozess einzelne Seelsorgeeinheit führen wird, dazu macht die Diözese keinerlei Vorgaben. Es kann um neue Initiativen gehen, um neu in den Dialog mit den Menschen zu kommen, es kann um strukturelle Veränderungen gehen, neue Schwerpunkte in der Pastoral, egal ob in der Verkündigung oder in der Diakonie oder möglicherweise sogar um Bauprojekte zur Erreichung einer lebendigeren Kirche im Leben der Menschen vor Ort. Der Prozess ist auf drei Jahre angelegt: Das erste Jahr dient der Analyse und der Ausarbeitung von Wegen und Möglichkeiten, das zweite Jahr dem Austesten und der Sammlung von Erfahrungen und im dritten Jahr schließlich sollen die neuen Erkenntnisse fest im Alltag der Gemeinden verankert werden – mit allem, was dazugehört.

Auch unsere Seelsorgeeinheit Vorallgäu hat sich im Frühsommer 2016 auf diesen Weg gemacht. Ein Prozessteam „Kirche am Ort“, in dem Mitglieder aller vier Kirchengemeinden vertreten sind, hat sich seither regelmäßig getroffen. Hier auf dieser Seite erfahren Sie, was uns bewegt, wo wir erste Schritte gehen und was uns wichtig geworden ist.