Namasté Freunde, Bekannte und Unterstützer!

Seit Ende Mai zieht der Monsun über das Land. Es regnet fast täglich und manchmal mit einer solchen Kraft, dass ich meine eigene Stimme nicht mehr höre, wenn es auf das Dach über mir prasselt. Das hält aber meist nur einige Minuten an, dann kommt auch mal die Sonne. Das Wetter ist so abwechslungsreich, dass ich pro Tag zehnmal aus dem Haus renne um meine Wäsche zum Trocknen aufzuhängen oder schnell abzuhängen, wenn eine bedrohliche Wolke aufzieht. Ups, jetzt habe ich ja wie ein Deutscher nur über das Wetter geredet. Für die Inder die ich treffe ist das interessanteste Thema eher, was ich zum Mittagessen hatte. Damit will ich euch aber nicht langweilen, denn es sind spannendere Sachen passiert in den letzten Wochen.
Zuerst zur Arbeit: Fast jeden Tag lerne ich von Sr. Theresia etwas über Landwirtschaft und den Anbau verschiedenster Pflanzen. Theresia hat früher jahrelang auf dem Hof ihres Vaters gearbeitet, bis sie sich den Wunsch, Schwester zu werden erfüllen konnte. Sie zeigte mir wie ich Bananenstauden, Ananas, Spinat, Yam (eine Wurzel die ins Curry geschnippelt wird) und Papaya anpflanzen kann. Bisher habe ich an die zwanzig Bananen gepflanzt, deren Früchte ich wohl knapp verpassen werde im nächsten Jahr. Dafür sehe ich jeden Tag den Spinat hinter der Küche sprießen und diese Woche bauen wir ein kleines Holzgerüst, auf dem er weiter wachsen kann.
Manchmal gehe ich auch mit den Männern mit, die in Mount Rosary leben und die harte Arbeit erledigen: Feuerholz hacken und schleppen, Kautschuk ernten und Kokosnüsse. Von den Arbeitern spricht niemand Englisch also muss ich es auf Kannada versuchen. Meine Fähigkeiten reichen gerade so aus um zu fragen wo ich hin soll, was es zu tun gibt und wie lange ich arbeiten werde. Shiva ist besonders neugierig, er will wissen, wie viel in Deutschland eine Tasse Kafee, eine Mahlzeit, mein Flugticket etc. kostet. Dann muss ich umrechnen in Rupien. Es sind sehr liebe, geduldige, unkomplizierte Menschen.
Mein zweites Projekt ist die Neugestaltung der Webseite von Mount Rosary. Ich mache ab und zu Fotos und schreibe Artikel. Um meine Reporter-Fähigkeiten zu schulen und meine Neugierde zu stillen, besuche ich manchmal Bewohner von Mount Rosary in ihren Wohnungen und rede mit ihnen über die Geschichte wie sie hier gelandet sind, wie sie es hier finden und was sie über ihre (und meine) Zukunft denken. Mit Brian habe ich mich besonders angefreundet und ihr könnt über ihn etwas auf meinem Blog lesen.
Auch im Dorf Alangar machte ich einige Bekanntschaften. Manchmal rede ich mit einem jungen Muslimen der im Shop seines Vaters arbeitet oder mit einem Mechaniker, der gemütlich auf der Veranda Zeitung liest.

Außerdem setze ich mich schon seit ich hier bin für den Neubau des Mount Rosary Krankenhauses ein.

Mit den Bildern sollen der aktuelle Stand der Dinge und ein paar Impressionen aus meiner Umgebung gezeigt werden.

Besucht gerne auch meinen Artikel auf der Webseite der „Freunde von Mount Rosary“ aus Deutschland, die sich für die Finanzierung der gemeinnützigen Arbeit der Schwestern hier einsetzen. Wenn ihr euch ebenfalls finanziell beteiligen wollt, findet ihr dort auf der Homepage zahlreiche Möglichkeiten. https://www.mount-rosary.de/2018/06/18/die-bauarbeiten-sind-in-vollem-gange/

Ein bisschen ausführlichere Stories könnt ihr auf meinem Blog lesen: https://percipioergosum.wordpress.com/

Alles in Allem ist es gerade sehr ruhig und entspannt. Für den kommenden Monat darf sich das jedoch gerne ändern. Wenn ihr lustig seid oder einfach nur neugierig, schreibt mir gerne eine Mail oder einen Brief. Meine Adresse ist:

Jonathan Binetsch
Mount Rosary Charitable Institution
Alangar, Moodbidri – 574227
Kannada, India

Seid wohlauf und genießt den Sommer!
Euer Jonathan