Messintentionen und Gebet in Corona-Zeiten

Liebe Gemeinde, gerade in dieser schwierigen Zeit wollen Herr Pfarrer Jast (der nun seit dem 24. April die Gottesdienste in der Seelsorgeeinheit Vorallgäu als Vertretung in der Vakanz übernommen hat) und ich bei den nichtöffentlichen Gottesdiensten im Gebet an unsere Verstorbenen denken. Wir werden in den kommenden Gottesdiensten an die Verstorbenen denken und nach und nach die Messintentionen halten. Auch die in den letzten Wochen Verstorbenen haben wir in den Gottesdiensten im Gebet Gott anvertraut.

Wir beten auch für Sie, die Sie in Trauer sind, für die älter gewordenen und kranken Menschen unserer Gemeinden, für alle, die es in dieser Zeit besonders schwer haben und für die Alleinstehenden und Alleingelassenen, die Einsamen und alle, die große Lebenslasten und Probleme mit sich herumschleppen müssen. Gerne dürfen Sie sich auch in Ihren Anliegen bei uns melden. Oft tut es schon gut, wenn man darüber sprechen und sich mit jemand darüber austauschen kann.

Wir beten und bitten auch für alle Helferinnen und Helfer im Einsatz für die Kranken und Sterbenden, für alle, die sehr gefordert sind bei ihrer Arbeit und sich selber großen Gefahren aussetzen. Wir denken betend an die Menschen, die immer wieder auch Entscheidungen zu treffen haben im Umgang mit dieser Krise. Sie alle sind unserem Gebet anvertraut.

An den vergangenen Wochenenden sind mir am Hochaltar in der Kirche St. Magnus in Waldburg die dort angebrachten Engel in ganz neuer Weise ins Auge gefallen, besser gesagt, zu Herzen gegangen. Einer kniet dort in betender Haltung. Er ist mit seiner Körperhaltung dem Kirchenbesucher und mit seinen betenden Händen Gott zugewandt. Er trägt unsere Anliegen vor Gott.

Wir brauchen solche Engel, die für uns beten. Wir brauchen einander, denn das gemeinsame Gebet ist wichtig, gibt Kraft und lässt einen nicht allein in schweren Zeiten. Engel wirken oft im Verborgenen. Sie sind einfach da, wenn sie gebraucht werden. Gerade in dieser Zeit haben sich viele als Engel entpuppt, Menschen, die sich engagieren, ihre Hilfe anbieten und sich einfach ganz unkompliziert einbringen, wo Sie gebraucht werden. Engel beleben, richten auf, stehen einem zur Seite und machen einfach Freude.

Vielleicht geht es Ihnen wie mir, dass es in unserer Umgebung schon immer solche Engel gab, die wir nur wenig beachtet haben. Aber plötzlich fallen sie auf, sie stechen einem ins Auge oder gehen einem geradezu zu Herzen. Wir nehmen sie in Krisenzeiten anders war als im Getriebe des Alltags. Da wird unser Herz einem Menschen gegenüber viel dankbarer, wertschätzender und liebevoller. Und ich glaube, dass es viele solche Engel gibt, die schon immer da waren, um uns herum, aber oft zu wenig beachtet.

Der Engel in Waldburg hat mir die Augen und vor allem auch mein Herz geöffnet für die Menschen um mich herum. Er hat mich die Tatsache gelehrt, dass wir einander wie Engel sein können und sind. Auf den Blick kommt es an, wie auch auf die Art und Weise wie wir einander begegnen, miteinander umgehen und wie wir einander wahrnehmen.

Ich grüße Sie herzlich.
Seien Sie gut behütet und begleitet von Gottes liebender Nähe.
Schön, dass es Sie gibt!
Pfarrer Edgar Briemle, Administrator

2020-04-27T14:41:27+00:0024.04.2020|